Realschüler und Werkrealschüler weiter ohne ausreichende Anschlüsse – LINKE fordert 250 neue Klassen an den beruflichen Gymnasien

25. November 2010  Archiv Landtagswahl 2011

„Kein Abschluss ohne Anschluss“, verspricht Kultusministerin Schick Hauptschülern und Realschülern. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Denn selbst von den Bewerberinnen und Bewerbern mit guten Noten erhielten nur 19.600 einen Platz an einem Beruflichen Gymnasium, 7.500 aber, fast 40%, gingen leer aus und standen zu Beginn des neuen Schuljahrs ohne Anschluss da. Gerade mal 26 neue Klassen für ca. 750 Bewerber durften zusätzlich gebildet werden. Nun verspricht Ministerin Schick 100 zusätzliche Klassen im nächsten Schuljahr.Roland Hamm, neu gekürter Spitzenkandidat der Südwest-Linken, spricht von Wählertäuschung: „Diese 100 Klassen reichen nicht einmal, um den Bewerberstau dieses Schuljahres auszugleichen. Angesichts des vom statistischen Landesamt prognostizierten weiteren Anstiegs der Schülerzahlen an den Beruflichen Gymnasien wird sich die Situation faktisch verschärfen. Mindestens 250 neue Klassen an den Beruflichen Gymnasien sind notwendig!“ Beim Landesparteitag habe sich DIE LINKE. ausdrücklich für einen Rechtsanspruch auf einen Platz an einem beruflichen Gymnasium ausgesprochen. „Niemand käme auf die Idee, nur 40% der Gymnasiasten in die Oberstufe aufzunehmen“, so Hamm. Das müsse auch für die beruflichen Gymnasien gelten.Skandalös sei es, dass im Berufskolleg noch mehr Bewerber abgewiesen worden seien und damit ein unguter Verdrängungswettbewerb in Gang gesetzt sei, an dessen Ende, so der Gewerkschafter, benachteiligte Jugendliche aus Haupt- und Förderschulen, zunehmend aber auch Realschüler ohne Spitzennoten, kaum noch eine Chance hätten.